Statistik über Splügen

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Splügen in Zahlen

Jahr  Total  Schweizer Ausländer Konfession
Männer Frauen Evangelisch Katholisch
1803 279          
1860 545          
1891 413          
1960 346          
1985 419 177 185 57    
1990 437 179 201 57    
1995 442 190 198 54    
2000 440 179 200 61 64% 28%
 
Fremdenverkehrsstatistik Gastbetten Logiernächte
Hotel 210 10'598
Ferienwohnungen 300 29'484
Camping 400 14'705
Ferienlager 310 8'977
Total 2000/2001 1210 63'764
     
von Splügen nach

Fahrstrecke 

Chur 50 km
Zürich 170 km
St.Gallen 140 km
Bellinzona 65 km
 
Messpunkt Höhe über Meer
Splügen-Dorf (Rheinbrücke) 1457 m ü.M.
Splügenpass 2117 m ü.M.
Höchster Punkt (Tambohorn) 3279 m ü.M.
Tiefster Punkt (Staukote Sufnersee) 1401 m ü.M.
 
Flächenart Fläche Anteil
Wiesland 2.2 km² 5.2%
Weiden, Alpen 12.6 km² 29.3%
Wald 6.9 km² 15.9%
Gewässer 0.2 km² 0.5%
Überbautes Gebiet 0.5 km² 1.1%
Unproduktives Gebiet 20.7 km² 48.0%
Total 43.1 km² 100.0%

Sprache: Deutsch


Steuerinformationen

Gemeindesteuern    1997 1998 1999 2000
Inkassoprovision juristischer Personen    -1'540.20  -1'108.50  -958.60  -1'638.15
Anteil Kreis an Hundesteuern    -260.00  -290.00  -280.00  -320.00
Einkommenssteuern    471'064.95  372'053.20  470'708.25  386'136.55
Vermögenssteuern    63'828.25  70'245.00  80'855.20  74'187.45
Kopfsteuern    2'056.45  722.00  6'177.00  6'587.75
Quellensteuern    62'095.50  51'446.55  51'161.25  60'469.85
Steuern juristischer Personen    77'010.00  55'425.00  47'930.00  81'910.00
Liegenschaftssteuern    92'647.00  90'890.00  110'291.90  69'805.65
Grundstückgewinnsteuern    35'095.20  28'767.90  34'399.00  5'221.95
Handänderungssteuern    14'100.00  21'644.00  34'090.15  29'544.00
Erbschafts- und Schenkungssteuern    -    -    613.80  -   
Hundesteuern    1'210.00  1'350.00  1'380.00  1'620.00
Total    817'307.15  691'145.15  836'367.95  713'525.05
 
    
 
Jahr

Steuerfuss 

bis 1961 33.3%
1962 - 1966  50.0%
1967 - 1971 100.0%
ab 1972

 88.0%


Ein Streifzug durch Splügens Geschichte

Splügen wird 831 erstmals schriftlich in einem Güterverzeichnis der karolingischen Könige erwähnt. Eine Besiedlung des Dorfes dürfte aber erst im 13. Jahrhundert stattgefunden haben, als die Walser über den Bernhardin ins Rheinwald einwanderten. Schon seit dem Spätmittelalter bildete der Warentransport über die Pässe die Haupteinkommensquelle für die Splügner Bevölkerung, obwohl ihr Pass in steter Konkurrenz zum Gotthard stand. 1473 wurde die Viamala ausgebaut, 1643 und 1709 konnte die Passroute vor allem auf der Südseite ausgebessert werden. In diesen Jahrhunderten fand die Splügner Bevölkerung in der Säumerei ein durchaus beachtliches Auskommen, aber verschiedene Katastrophen sorgten dafür, dass die Bäume nicht in den Himmel wuchsen: 1716 und 1751 wüteten Dorfbrände, Hochwasser zwangen die Leute, gefährdete Dorfteile zu verlassen, und gegen Ende des 18. Jahrhunderts verbreiteten die Franzosen, welche mit einer Division über den Bernhardin eingedrungen waren, Elend und Schrecken.

Die Rheinwaldner waren aber ein zäher und genügsamer Volksschlag, der immer wieder Mut zu neuen Taten fand. 1818 - 1823 wurden die Splügen- und die Bernhardinstrasse ausgebaut, und sowohl der Waren- wie auch der Personentransport standen bald in voller Blüte: Die Gästebücher der einheimischen Hotels verzeichneten weit über 1'000 Übernachtungen pro Jahr. Aber mit der Eröffnung des Gotthard-Bahntunnels wurde den meisten Splügner die Arbeits- und Verdienstmöglichkeit zunichte gemacht. Der Warentransport sank innert kurzer Zeit von 14'000 Tonnen auf 1'000 Tonnen. Viele Splügner mussten auswandern, nach Nordamerika oder Neuseeland. Zur Zeit des 2. Weltkrieges bestand die Absicht, das Dorf Splügen in den Wasserfluten eines mächtigen Stausees versinken zu lassen, was aber eine geschlossen kämpfende Bevölkerung verhindern konnte. Ein neues Kapitel in der langen und bewegten Geschichte des Passdorfes Splügen begann 1967 mit der Eröffnung des Strassentunnels durch den Bernhardin. Auch aus diesem neuen Verkehrsweg zog Splügen Nutzen und entwickelte sich sprunghaft zum beliebten Wintersportplatz und Sommerferienort. Der Stellenwert der Landwirtschaft hat deswegen an Bedeutung nicht verloren; im Gegenteil: Tourismus und Landwirtschaft funktionieren gut nebeneinander.

Dank seiner Lage am Fusse des schon von den Römern begangenen Splügenpasses hat das Dorf über Jahrhunderte hinweg dem Transit gedient, was sich in der Architektur wie im Wesen der Einwohner niedergeschlagen hat. Die braungebrannten Walserhäuser, die stolzen Palazzi sowie die mächtigen Susten sind Zeugen und Zeichen dieser Zeit, und nicht zuletzt deswegen wurde das Dorf vom Heimatschutz als "Ortsbild von nationaler Bedeutung" eingestuft. 1995 erhielt Splügen den "Wakkerpreis", eine Auszeichnung, die einerseits das Bestreben althergebrachte Bausubstanz zu schützen und andererseits die sinnvolle Verflechtung mit der heutigen Zeit honoriert.

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© Gloor Sufers, 14. Mai 2001, erneuert am 18. August 2001